Was ist Gestalttherapie?

Die Gestalttherapie ist ein ganzheitliches psychotherapeutisches Verfahren zur Behandlung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen und sie ist ein präventives Verfahren zur Stärkung und Entwicklung der Persönlichkeit.

Sie fördert ein unterstützendes und forderndes Spannungsfeld einer Ich-Du-Beziehung und die Bewusstheit der Klientinnen von ihrer subjektiven, unmittelbar erfahrbaren Realität.
Dies geschieht im Vertrauen darauf, dass das im persönlichen Kontakt zwischen Klientin und Therapeutin erfolgende deutliche Erleben von dem, was ist, die wesentliche Vorraussetzung für ganzheitliche menschliche Veränderungsprozesse darstellt.

Im Rahmen der Therapie wird eine längerfristige und verbindliche Beziehung eingegangen.
Dies ist der Grundstein einer gestalttherapeutischer Haltung, die sich in einem immer wieder erneuerten Angebot persönlichen Kontaktes äußert. Das Wort "persönlich" verweist hier auf eine dialogische Sicht der therapeutischen Beziehung: in der die Therapeutinnen ihren Klientinnen möglicht frei von Rollen als in ihrer Individualität erkennbare Person gegenübertreten und nach Möglichkeit auch diese in ihrer Einzigartigkeit und Ganzheit verstehen und bestätigen.

Die Gestalttherapie interessiert sich dafür, womit der Mensch, der um Unterstützung bittet, existentiell beschäftigt ist, womit er in seinem Leben unzufrieden ist, wie er sich verändern möchte und wie er dazu beiträgt, nicht zu dem zu kommen, was er eigentlich vom Leben möchte. Daraus ergeben sich die Themen, die in der Therapie bearbeitet werden können.

Durch die Einbeziehung nonverbaler Methoden, Techniken und kreativer Medien können Themen, die der Sprache nicht unmittelbar zugänglich sind, bewusst erfahrbar und damit verarbeitbar gemacht werden.
Der Umgang mit unterschiedlichen Medien in der Therapie eröffnet damit die Verarbeitung von Problemen und Situationen.
Kreative Medien unterstützen die Entwicklung von Perspektiven und erschließen so neue Lebensinhalte und Lebensentwürfe.
Die Aufmerksamkeit wird nicht nur auf die krankmachenden und problematischen Erfahrungen gelenkt, sondern auch auf die vorhandenen Potentiale und Möglichkeiten, um so bestehende Ressourcen zu stärken und Selbsthilfepotentiale zu entwickeln.